Da die Bedrohung durch kleine, kostengünstige Drohnen auf modernen Schlachtfeldern immer weiter zunimmt, experimentieren das deutsche und das japanische Militär mit improvisierten Netzinstallationen an gepanzerten Fahrzeugen, die auch als ‘Cope Cages’ bezeichnet werden, um die passive Verteidigung gegen Drohnenbedrohungen zu verbessern.
Neueste Bilder Die von der Facebook-Seite Die Bundeswehr in Bayern veröffentlichten Bilder zeigen gepanzerte Plattformen des 4. Logistikregiments, die in Volkach im Einsatz sind und mit Drohnenschutznetzen ausgerüstet wurden. Darunter ist ein Schützenpanzer Marder, der mit Ketten und Netzen verschiedener Art ausgestattet wurde.
Das Netz scheint darauf ausgelegt zu sein, FPV-Drohnen zu behindern - kleine, wendige und oft mit Sprengstoff beladene Plattformen, die zu einem tödlichen Markenzeichen des Konflikts in der Ukraine geworden sind.
Außerdem wurde ein Kampfpanzer Leopard 2 beobachtet, der auf dem Dach und an den Seiten mit Gitterstrukturen ausgestattet war, die oft als “Grill” oder “Grill”-Panzerung bezeichnet werden.

Im Gegensatz zu Metallkäfigen oder Lamellenpanzern, die traditionell gegen Panzerfäuste eingesetzt werden, haben diese neuen Konfigurationen keinen festen Rahmen. Die Dicke und Steifigkeit der Materialien, wie sie auf den Fotos zu sehen sind, lassen nur auf ein bescheidenes Schutzniveau schließen, das wahrscheinlich dazu gedacht ist, Drohnen zu stören oder zur Explosion zu bringen, bevor sie die Fahrzeugoberfläche berühren können.
Die Versuche sind Berichten zufolge Teil einer laufenden Evaluierung, mit der festgestellt werden soll, ob ein solcher Schutz als praktikable, kostengünstige Verteidigungsschicht dienen könnte. Diese Schutzkäfige werden derzeit ad hoc entwickelt, meist von Truppen im Feld, ohne größere Beteiligung von Rüstungsunternehmen oder offiziellen Ingenieurteams.
Japan führt parallele Experimente durch
Deutschland ist mit dieser Erforschung nicht allein. Auf der nordjapanischen Insel Hokkaido haben Panzerbesatzungen der 7th Armored Division damit begonnen, ähnliche Anti-Drohnen-Gitterstrukturen an ihren Fahrzeugen zu testen.
Bilder von einem kürzlich durchgeführten Tag der offenen Tür in der Garnison Higashi-Chitose zeigen Kampfpanzer des Typs 10 und des Typs 90, die mit Metallrohrrahmen ausgestattet sind, die mit Maschendraht überzogen sind. Diese Aufbauten sind abnehmbar und wurden von den Militäreinheiten vor Ort zusammengebaut, anstatt von spezialisierten Herstellern bezogen zu werden.

Das 71. Panzerregiment (Typ 10) und das 72. Panzerregiment (Typ 90) leiten diese Versuche. Die japanischen Besatzungen haben darauf hingewiesen, dass sich die Entwürfe noch in einer frühen Phase befinden und auf der Grundlage von Rückmeldungen aus dem Feld und betrieblichen Erfordernissen noch angepasst werden.
Wie ihre deutschen Kollegen konzentrieren sie sich auf den Schutz von Fahrzeugen vor FPV-Drohnen, die selbst gut gepanzerte Plattformen bedrohen, indem sie von oben zuschlagen oder auf Schwachstellen wie Motorräume und Fahrwerke zielen.
Low-Tech-Drohnenabwehr
Angesichts der Lehren aus dem Krieg in der Ukraine, wo FPV-Drohnenangriffe Panzer und gepanzerte Fahrzeuge in hohem Maße zerstört haben, wird der Einsatz von Käfigen gegen Drohnen immer häufiger. Diese Maßnahmen sind zwar rudimentär, stellen aber eine kosteneffiziente Reaktion auf die Bedrohung durch FPV-Drohnen dar.
Vorerst bleiben die Experimente in Deutschland und Japan informell, und es ist unklar, ob sich diese Anpassungen zu standardisierten Schutzausrüstungen weiterentwickeln werden.
VERWANDTER INHALT: Deutschland verstärkt die Unterstützung der Ukraine bei der Drohnenabwehr
Post Image Credit: Die Bundeswehr in Bayern