Taiwan weitet seine UAS-Ambitionen drastisch aus, was von Analysten als die bedeutendste Drohnenbeschaffungsinitiative in der Geschichte der Insel bezeichnet wird. Regierungsbehörden planen die Anschaffung von bis zu 100.000 Drohnen Dies entspricht fast einer Verdoppelung früherer Prognosen und signalisiert eine umfassende Anstrengung zur Stärkung der nationalen Verteidigung und zum Schutz kritischer Infrastrukturen.
Das Rüstungsbüro des taiwanesischen Verteidigungsministeriums hat kürzlich ein überarbeitetes Beschaffungsziel von 48.000 militärischen Drohnen für die nächsten zwei Jahre bekannt gegeben. Parallel dazu bestätigte Taiwans Exekutiv-Yuan, dass es aktiv eine zusätzliche Beschaffung von etwa 50.000 Drohnen für den zivilen Sektor in Erwägung zieht, die vor allem der Sicherung von Energieanlagen, Kommunikationsknotenpunkten und anderen hochwertigen Infrastrukturen dienen sollen.
Zusammengenommen würden die beiden Programme Taiwans Nachfrage nach Drohnen in naher Zukunft auf beispiellose 100.000 Stück ansteigen lassen - eine Größenordnung, die in der Geschichte des Landes bei der Beschaffung von Verteidigungsgütern beispiellos ist und nachhaltige Veränderungen im gesamten Ökosystem der taiwanesischen Luft- und Raumfahrtindustrie bewirken könnte.
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Industrie rüstet sich für massiven Nachfrageschub
Das Rüstungsamt veranstaltete letzte Woche eine Informationsveranstaltung für die Industrie, zu der sowohl inländische als auch internationale Unternehmen eingeladen waren, um die Spezifikationen und Zeitpläne zu prüfen. An der Veranstaltung nahmen sowohl Vertreter taiwanesischer Hersteller als auch US-amerikanischer und französischer Verteidigungsunternehmen teil, was das internationale Interesse an dem Programm widerspiegelt.
Zulieferer aus angrenzenden Sektoren, wie Verbundwerkstoffe, Kommunikationssysteme und Elektronik, nahmen ebenfalls teil, wahrscheinlich in Erwartung potenzieller Möglichkeiten zur Vergabe von Unteraufträgen.
Zwar stand die militärische Ausschreibung mit 48.000 Einheiten im Mittelpunkt der Gespräche, doch die Anwesenheit von Beamten der Task Force Luft- und Raumfahrt des Exekutiv-Yuan unterstrich den gesamtgesellschaftlichen Ansatz der Regierung.
Ihre zivilen Beschaffungsbemühungen, die derzeit noch intern geprüft werden, zielen auf den Einsatz von Drohnen für die öffentliche Sicherheit, die Überwachung von Infrastrukturen und die Notfallhilfe ab.
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Taiwanesische Firmen sollen die Führung übernehmen
Branchenkenner gehen davon aus, dass lokale Hersteller als bevorzugte Lieferanten positioniert werden, da die Regierung darauf bedacht ist, die einheimischen Kapazitäten zu stärken und die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern zu verringern. Es wird erwartet, dass die Initiative zumindest in den nächsten fünf Jahren für eine stabile Nachfrage nach lokalen Drohnenherstellern sorgen wird.
Coretronic, das in früheren Runden Aufträge erhalten hat, hat bereits seine Absicht signalisiert, erneut zu bieten. Andere Bewerber, wie Thunder Tiger, GEOSAT Aerospace & Technology und Taiwan UAV, bereiten neue Angebote vor. Berichten zufolge erwägt auch die Evergreen Aviation Technologies Corporation, ob sie sich an dem Wettbewerb beteiligen will.
Die Ankündigung markiert eine dramatische Wende für Taiwans Drohnenbranche, die lange unter einem Mangel an inländischen Aufträgen gelitten hat. Viele Unternehmen hatten sich an internationale Märkte gewandt, um sich über Wasser zu halten. Nun wird das Engagement der Regierung als entscheidender Wendepunkt gefeiert.
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30-fache Steigerung des Beschaffungsvolumens
Branchenanalysten zufolge stellt der Umfang der geplanten Beschaffung eine 30-fache Steigerung gegenüber früheren UAS-Bestellungen des öffentlichen Sektors dar, die in der Regel auf Pilotprogramme mit nur einigen Dutzend Einheiten beschränkt waren.
Es wird erwartet, dass ein Modell mit 26.000 Einheiten pro Jahr in die Vollproduktion geht, was eine monatliche Produktion von mehr als 2.000 Drohnen erfordert - eine Produktionsschwelle, die in Taiwan noch nie erreicht wurde.
Berichten zufolge erwägen Beamte zweigleisige Beschaffungsstrategien, indem sie die Aufträge entweder auf mehrere Anbieter aufteilen oder Industriekonsortien dazu ermutigen, gemeinsam zu bieten, um Engpässe zu vermeiden und eine rechtzeitige Lieferung zu gewährleisten.
Dieser Nachfrageschub wird von Verteidigungsplanern als Stresstest für Taiwans Drohnenindustrie angesehen. Bei erfolgreicher Durchführung könnte er die Voraussetzungen für eine robustere, integrierte UAS-Produktionsbasis in den kommenden Jahren schaffen.
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Ausbildungskapazität unter Druck
Während sich Taiwan darauf vorbereitet, seine Drohnenflotte drastisch zu erweitern, stellt sich die Frage, ob das Land über das notwendige geschulte Personal für den Betrieb und die Wartung der Drohnen verfügt.
Das im Juli 2024 eingeweihte UAS-Ausbildungszentrum der Armee hat derzeit die Kapazität, rund 300 Drohnenbediener pro Jahr auszubilden. Interne Prognosen des Verteidigungsministeriums gehen jedoch davon aus, dass ab 2025 jährlich mehr als 1.000 qualifizierte Mitarbeiter benötigt werden, um den operativen Bedarf zu decken.
Experten warnen davor, dass die Verfügbarkeit von Drohnen die menschlichen Kapazitäten bei weitem übersteigen könnte, wenn die Ausbildungspipeline nicht schnell erweitert wird. Einige fordern größere Investitionen in Automatisierung und KI, insbesondere in Technologien zur Schwarmsteuerung, die es einem einzigen Bediener ermöglichen würden, mehrere Drohnen gleichzeitig zu steuern und so den Personalbedarf zu senken.
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Post Image Credit: Sébastien Bourguet über Unsplash
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